2014


14. November 2014

Freitagnacht, 22 Uhr, verlasse ich meine Komfort-Zone und starte mit dem Transporter nach Ungarn, Fahrzeug gecheckt und professionell beladen; Futter, Zubehör, Decken, Körbe, um nur einiges zu nennen, warten fein säuberlich verpackt und gestapelt darauf, dorthin gebracht zu werden, wo man es am nötigsten braucht. Showtime! Auf menschenleeren Strassen geht die Fahrt über viele Autobahnkilometer hinweg Richtung Budapest. Spannend und langweilig zugleich, die Gedanken kreisen, der Blick versucht sich tapfer dort zu halten wo er hingehört, während der Transporter wacker seine Räder auf die Fahrbahn presst und unaufhaltsam auf sein Ziel zusteuert. Nach rund 11 ½ Stunden Fahrzeit und einer Kurzschlafpause von knapp 2 Stunden ist das Ziel erreicht, am Ende einer kleinen Strasse mitten in Budapest, befindet sich TSV Ebremeny.
Eine grosse, unüberwindbare Mauer mit Tor steht vor mir und lässt zwiespältige Gefühle aufkommen. In der Strasse geht eine junge Frau mit einem Mops Gassi, sie hilft in der Auffangstation mit. Trotz der sprachlichen Hürden, beinahe ebenso unüberwindbar wie die Mauer vor der ich stand, schaffen wir es, das Entladen des Transporters zu organisieren. Die Spenden werden von eifrigen Helfern ausgeladen und zügig im gedeckten Unterstand verstaut. Englisch, der Weltsprache-sei-Dank, kann ich mich mit einem der Helfer unterhalten. Er hat sich auf die Rettung von Hunden der Gattung Mops spezialisiert. Wir unterhalten uns über seine täglichen Probleme und Sorgen, Themen wie Nachhaltigkeit und Missstände bei Zucht und Tierschutz liefern nicht enden wollenden Gesprächsstoff. Es bleibt dennoch Zeit für einen kleinen Rundgang. Es sind zum Zeitpunkt meines Besuchs nur wenige Hunde in der ansprechenden, freundlich wirkenden Anlage. Sie machen einen entspannten, ja fast fröhlichen Eindruck. Als ich mich umdrehe und sie mir nachblicken, wünschte ich mir so sehr, dass ihr Weg von nun an nur noch von Liebe und Respekt geprägt sein wird.
Noch einige Infos und Abschiedsworte in Englisch, das schwere Tor schliesst sich und ich trete die Heimreise an, die Reise in meine kleine Welt. Auch die Rückfahrt steht unter wohlwollenden Sternen, stabiles Wetter, freie Fahrt und 2 gemütliche Stunden Schlaf zwischendurch. Sonntagmorgen 6 Uhr verstummt der Motor, zufrieden dürfen wir sein mit dem Erreichten und dankbar, dass alles reibungslos geklappt hat. Danke allen Beteiligten, Herzlichen Dank den Spenderinnen und Spendern!

Eveline